Im Juli 2008 hatte ich die Gelegenheit, das „Statement zum geplanten Verbot der Glühlampe“ neben dem Dokument „PRO GLÜHLAMPE“ dem Bundesumweltministerium vorzulegen. Im Dezember 2008 erhielt ich eine Antwort auf zwei Seiten, verbunden mit der Bitte um eine weitere Stellungnahme. Diese Stellungnahme umfasst 18 Seiten und wurde dem Ministerium am 27. Januar 2009 zugestellt. Sie können sie HIER herunterladen.
Im Juli 2009 erhielt ich unter dem selben Aktenzeichen wiederum eine zweiseitige Antwort, die ebenfalls enttäuschend war, da zu den wesentlichen Kritikpunkten erneut keine Stellung bezogen wurde. Etwa zeitgleich wurde vom Bundesamt für Strahlenschutz auf deren Webseite ein Dokument zu den elektromagnetischen Emissionen von Kompaktleuchtstofflampen veröffentlicht (http://www.bfs.de/de/elektro/papiere/Energiesparlampen.html). Man kann dieses Dokument im PDF-Format herunterladen und sich selbst davon überzeugen, dass hier wichtige Fragen ignoriert werden und Erkenntnisse der neueren Forschung nicht mit einbezogen wurden.
Immer wieder taucht die Begründung auf, dass Kompaktleuchtstofflampen nicht schädlich sein können, da sie alle internationalen Grenzwertempfehlungen einhalten. In dem Dokument wird in gewohnter Manier vorgerechnet, dass die vorgebrachten Bedenken nicht zutreffen können. Die gravierenden Unterschiede in der Spektralverteilung von Glühlampen und Leuchtstofflampen werden bestritten. Mit Hilfe einer verwirrenden Grafik auf Seite 5 des Dokuments wird versucht, die existierenden Unterschiede der Spektralverteilungen zu verwischen, z.B. dadurch, dass für die y-Achse eine logarithmische Darstellung gewählt wurde und die Darstellung der Spektren nur den mittel- und kurzwelligen Anteil berücksichtigt, während alle Emissionen, die langwelliger als 580 nm sind, nicht abgebildet werden. Dieser Bereich wäre aber besonders interessant, da sich zwischen 580 nm und 700 nm große Unterschiede in der Spektralverteilung offenbaren.
Die Tatsache, dass Leuchtstofflampen systembedingt einen hohen Anteil an blauem Licht erzeugen, wird indirekt bestritten. Zur Begründung wird hierbei Bezug auf einen Leserbrief (!) von Herrn Dieter Lang in der Zeitschrift LICHT genommen, der als einfaches Mitglied der Lichttechnischen Gesellschaft „getarnt“ (tatsächlich ein Mitarbeiter der Firma OSRAM, der mit dem Thema „Licht und Gesundheit“ betraut ist), BERECHNET hat, dass die Glühlampe für das Auge schädlicher sei als eine Kompaktleuchtstofflampe.
Obwohl meine Aufzeichnungen und Unterlagen zeigen, dass sowohl dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit als auch dem Bundesamt für Strahlenschutz die problematischen Aspekte wie Melatoninunterdrückung, vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen, Störung chronobiologischer Rhythmen (circadian disruption), spectral opponency, Untauglichkeit der korrelierten Farbtemperatur für die Beurteilung biologischer Wirkungen, Zellversuche zu oxidativer Schädigung und DNA-Schädigung durch Blaulicht, Tierversuche zur Netzhautschädigung durch Blaulicht usw. zur Kenntnis gebracht wurden, fehlt jegliche Stellungnahme zu diesen Themen.
Lichttechnik und Bundesamt für Strahlenschutz argumentieren seit Jahrzehnten in der gleichen, konservativen Weise, wobei entscheidende neue Erkenntnisse der Forschung in den den verschiedensten Disziplinen keine Berücksichtigung finden. Viele dieser Forschungsergebnisse sind in dem 18-seitigen Dokument im Literaturverzeichnis aufgeführt, das Sie über den weiter oben aufgeführten link abrufen können